Vom elektrischen Eiskratzer bis zur mobilen Starthilfe oder beheizbaren Sitzauflage: Wir zeigen nützliche Winter-Gadgets und elektronische Helfer für das Auto.
Wer auch im Winter häufig auf den Pkw angewiesen ist, braucht passendes Zubehör. Bei niedrigen Temperaturen kommen auf den Fahrer wie auch Autobatterie besondere Herausforderungen zu. Neben klassischen Hilfsmitteln wie einem Eiskratzer, Handfeger, Frostschutz oder Schneeketten gibt es smarte Helfer und Gadgets, die die Fahrt in den Wintermonaten erleichtern.
Speziell ältere Fahrzeuge müssen häufig auf den Komfort einer Sitzheizung verzichten. Wir zeigen nützliches Zubehör wie beheizbare Sitzauflagen oder Eiskratzer sowie mobile Starthilfen und Mittel zur Batteriepflege und mehr. Es gibt sogar Lösungen für einen automatischen Notruf nach einem Unfall oder Kaffeemaschinen fürs Autocockpit.
Mehr Kfz-Zubehör zeigen wir in der Themenwelt Auto. Einen groben Überblick bietet darüber hinaus der Ratgeber Dashcam, Rückfahrkamera und mehr: Praktisches Autozubehör.
Was bei neueren Kraftfahrzeugen mittlerweile Standard ist, war früher noch Luxuszubehör. Die Rede ist von der Sitzheizung. Eine Nachrüstung in der Autowerkstatt kann kostspielig sein. Es gibt jedoch eine günstige Alternative. Mit einer beheizbaren Sitzauflage fürs Automobil sorgt man für mehr Wärme beim Sitzen im Winter.
Die heizbare Sitzauflage legt man auf den Autositz und verbindet diese zur Stromversorgung mit dem 12-Volt-Zigarettenanzünder. In der Sitzfläche integrierte elektrische Glühdrähte sorgen für wohltuende Wärme auf dem Sitz. Das Ganze ist vergleichbar mit einem Heizkissen, das speziell für den Autositz angepasst ist. Wir haben uns eine Sitzauflage von Lescars für 36 Euro angesehen. Die Sitzheizung zum Nachrüsten gibt es zudem als zweier Set für 66 Euro.
Die Sitzauflage befestigt man mit Gummibändchen am Sitz. Hier sollten Fahrer darauf achten, dass alles festsitzt. Verrutscht die Unterlage während der Fahrt, stellt das ein Sicherheitsrisiko dar. Als Stromquelle dient der 12-Volt-Anschluss. Über eine im Kabel integrierte Fernbedienung schaltet man die Sitzheizung in den beiden Wärmestufen „Low“ und „High“ ein. Bereits nach wenigen Minuten wärmt die Sitzauflage angenehm auf – eine gute Lösung für jedes Fahrzeug, das sonst ohne Sitzheizung auskommen muss.
Die preiswerte Alternative zur Sitzheizung
Nachdem man das Kraftfahrzeug abstellt, sollte man die Sitzheizung abstecken, um die Batterie zu schonen. Wir empfehlen zudem, sie erst einzustecken, wenn das Fahrzeug gestartet ist. Ähnliche Produkte bieten Hersteller wie Walser, HP, Profi Power, Dometic und Unitec zu Preisen zwischen 12 und 40 Euro an.
Gerade ältere Autobatterien geben bei niedrigen Temperaturen gerne mal den Geist auf oder liefern zu geringe Spannung, um den Motor zu starten. Wer dann keine Kfz-Starthilfe zur Hand hat, kann nur auf die Hilfe anderer Autofahrer hoffen oder auf den ADAC warten. Doch das kann dauern, die haben gerade bei frostigen Temperaturen viele Aufträge abzuarbeiten.
Wer komplett unabhängig von anderen Verkehrsteilnehmern seinen Pkw wieder starten will, benötigt dafür eine eigene Energiequelle mit Starterkabel. Besonders elegant ist dabei die Lösung mit einer entsprechenden Powerbank. Derer gibt es viele verschiedene Modelle mit Klemmen für die Autobatterie zwischen 30 und 100 Euro. Ihr Hauptunterschied liegt in der Kapazität der Powerbank. Hier sollten Käufer zu Modellen ab einer Ladungsmenge von 10.000 mAh greifen, da das Starten eines Pkw sehr viel Strom zieht und im Zweifelsfall mehrere Versuche in Anspruch nimmt.
Eine weitere Herausforderung: Bei Kälte sinkt auch bei einem Lithium-Ionen-Akku die Speicherleistung rapide. Hier kann es nötig sein, die Powerbank aufzuwärmen, was sich in der Praxis als schwierig erweist, wenn man die Kfz-Starthilfe stets im Kofferraum hat und entsprechend auch dort Minusgrade herrschen. Hier empfiehlt es sich, die Starthilfe entweder zu Hause aufzubewahren und jedes Mal mitzunehmen oder im Innenraum des Autos, statt im Kofferraum zu lagern.
Eine zusätzliche Möglichkeit, um das Auto winterfest zu machen, ist ein Ladegerät. Dieses nutzt mikroprozessorgesteuerte Programme, um die Batterie mit einer Grundspannung zu versorgen. Es prüft den Ladestand, lädt bei Bedarf mit passender Stromstärke wieder auf und schaltet sich dann wieder ab. Das verhindert die Bildung von Bleisulfatkristallen beim Entladevorgang. Anders als Starthilfe-Booster benötigen diese Geräte aber eine 230 Volt-Steckdose. Wer nicht über den Luxus einer Garage mit Steckdose verfügt, muss die Batterie für den Ladevorgang aus dem Kfz herausnehmen und in einem gut belüfteten Raum aufladen.
Mobiler sind sogenannte Refresher oder Batteriepulser. Diese Geräte verbindet man mit der Autobatterie. Beim Ladevorgang während der Fahrt wirken sie der Bildung von Bleisulfatkristallen entgegen. Mehr zu Kfz-Starthilfen und Pflegemittel für die Batterie erklären wir im Ratgeber Autobatterie: Starthilfe per Powerbank und Ladegeräte zur Pflege.
Wer träumt nicht davon, im Winter die Frontscheibe ohne großen Kraftaufwand eisfrei zu bekommen? Genau diese klare Sicht wollen Geräte wie der Kärcher EDI 4 ohne Kraftaufwand ermöglichen. Das akkubetriebene Kärcher-Gerät liegt mit seinen gut 500 Gramm leicht in der Hand. Nach dem Einschalten fängt auf zusätzlichen Druck auf einen großen Taster auf der Rückseite eine Kunststoffscheibe lautstark an zu rotieren. Diese wechselbare Scheibe hat sechs Kunststoffklingen, die die Frontscheibe eisfrei machen sollen.
Das funktioniert bei leichtem Frost noch gut und ähnlich schnell, aber komfortabler als mit einem klassischen Eiskratzer. Sobald die Temperaturen fallen und sich eine dicke Eisschicht auf der Frontscheibe bildet, kommt der Kärcher EDI 4 an seine Grenzen. Hier muss der Kärcher länger an einer Stelle gehalten werden.
Auch wenn die Klingen aus Kunststoff bestehen, kann es vorkommen, dass sie die Frontscheibe zerkratzen. So kann man sich nie komplett sicher sein, dass nicht doch etwas Schmutz oder Sandkörnchen unter die Scheibe geraten. Diese Gefahr besteht auch bei klassischen Eiskratzern, ist hier aber deutlich geringer. Auch muss man bei den Gummidichtungen am Rand der Frontscheibe besonders aufpassen. Die erleiden Schaden, wenn man unvorsichtigerweise mit dem Kärcher EDI 4 darüber kratzt.
Der Akku hält bis zu 20 Minuten, bis er leer ist und wieder aufgeladen werden will. Das Aufladen funktioniert dabei nur über das mitgelieferte Netzteil und nur über einen Netzanschluss. Einen Adapter für den Zigarettenanzünder gibt es nicht. Das ist ein echter Nachteil. So müssen Käufer im Winter den Kärcher EDI 4 täglich in der Garage oder zu Hause laden. Der Kärcher EDI 4 kostet etwa ab 40 Euro.
Mit knapp 25 Euro ist der Lescars Scheibenkratzer günstiger. Auch er hat eine rotierende Scheibe an seiner Front, die allerdings von einem etwas schwächeren Motor angetrieben wird. Deshalb besitzt er nur drei Kunststoffklingen, das Auskratzen dauert also etwas länger. Er ist dafür etwas leichter und hat einen Ein-/Ausschalter, muss beim Kratzen also im Gegensatz zum Kärcher EDI 4 nicht dauerhaft gedrückt werden. Er hat keinen Akku und bezieht stattdessen Strom über ein vier Meter langes Kabel aus dem Zigarettenanzünder. Das ist etwas umständlicher, aber dafür ist er stets einsatzbereit. Auch bei ihm besteht eine erhöhte Gefahr, die Frontscheibe zu zerkratzen.
Außerdem testen wir einen beheizbaren Eiskratzer von Goods+Gadgets. Dieser kommt in der Form eines klassischen Eiskratzers, nur dass sich an seiner Unterseite ein U-förmig gebogener Heizstab erhitzt. Wenig überraschend funktioniert das in der Praxis so gut wie gar nicht. Der Heizstab erwärmt sich nach dem Anstecken an den Zigarettenanzünder. Allerdings dauert es ein paar Minuten, bis er auf „Betriebstemperatur“ ist. Und auch dann ist die Wärme, die er abstrahlt, viel zu gering, um einen wirklichen Mehrwert zu bedeuten. Nun muss ihn der Nutzer etwa eine Minute über eine Stelle halten, bis sich dort das Eis so weit löst, um einfach abgeschabt werden zu können. Das dauert leider sehr lange.
Insgesamt überzeugt uns keines der getesteten Produkte vollständig. Wer Zeit, Kraft und Nerven sparen will, der kauft sich eine passende Plane und legt sie am Vorabend über die Frontscheibe.
Die Gefahr von Autounfällen steigt im Winter aufgrund schlechter Witterungs- und Straßenverhältnisse. Ein Mittel, die Schuldfrage besser zu klären, ist der Einsatz einer Dashcam. Seit einem BGH-Urteil sind solche Aufnahmen unter bestimmten Voraussetzungen vor Gericht zulässig.
Die Handhabung einer solchen Autokamera ist jedoch weiterhin rechtlich umstritten, da sie die DSGVO verletzen kann. Solche Aufnahmen dürfen weder permanent noch ohne Anlass getätigt werden. Technische Hilfsmittel wie eine Loop-Funktion, die die Aufnahmen nach einem bestimmten Zeitraum immer wieder überschreibt, sollen helfen, rechtliche Vorgaben einzuhalten. Mehr zum Thema erklären wir im Detail im Ratgeber Dashcam: Rechtliche Fragen, technische Details und Modelle ab 40 Euro.
Besonders interessant sind Dashcams, die über eine SOS-Funktion verfügen. Der Beschleunigungssensor in der Kamera erkennt, wenn ein Auto möglicherweise in einen Unfall verwickelt wurde und liegenbleibt. Über das mit Bluetooth gekoppelte Smartphone setzt die Dashcam automatisch einen Notruf ab. Die Nextbase 422GW (Testbericht) sowie die Nextbase 622GW (Testbericht) bietet eine solche Funktion.
Wer auf dem Weg ins Büro mit dem Pkw in der Winterzeit nicht auf einen heißen Kaffee verzichten will, kann über den Kauf einer mobilen Kaffeemaschine nachdenken. Diese Kaffeemaschinen verfügen dazu über einen 12-Volt-Stecker für den Zigarettenanzünder. Allerdings die diese immer noch ziemlich groß und deshalb nicht so praktisch.
Für knapp 20 Euro finden Kaffee-Fans beim Reifenherstellers Dunlop eine Brüheinheit für eine einzelne Tasse Kaffee. Die mobile Kaffeemaschine sieht aus wie eine Miniatur-Ausgabe einer klassischen Filterkaffeemaschine. Die Maschine funktioniert mit einem wiederverwendbaren Kaffeefilter und fasst Wasser für eine kleine Tasse, in die der Kaffee bei der Zubereitung direkt eingefüllt wird. Wer das Heißgetränk unterwegs zubereiten will, sollte also eine Flasche Wasser und ein Döschen Kaffeepulver samt Portionierlöffel dabeihaben.
Mehr Kaffee kocht die Reise-Kaffeemaschine Dometic PerfektCoffee MC 052 für 40 Euro. Aufgrund des Fassungsvermögens von bis zu 680 ml Wasser für bis zu fünf Tassen frisch gebrühtem Kaffee ist das Gerät deutlich größer als eine Single-Maschine und eignet sich daher bedingt für die Befestigung im Cockpit eines Pkws. Statt einer kleinen Tasse kommt eine Glaskanne zum Einsatz.
Bei so vielen zusätzlichen elektronischen Geräten bietet sich eine Mehrfachsteckdose für die 12-Volt-Büchse im Auto an. Wer sich nicht sicher ist, ob die elektronischen Helfer das Richtige ist, sollte zumindest für eine Grundausstattung an Winter-Autozubehör sorgen. Unverzichtbar sind ein Eiskratzer sowie Handfeger, um Schnee und Frost von der Windschutzscheibe zu bekommen.
Alternativ bieten sich auch Planen an, die man über Nacht über die Windschutzscheibe legt. Gegen vereiste Türschlösser hilft ein Universalspray mit Frostschutz. In Gegenden mit viel Schneefall sollten Autofahrer über Schneeketten nachdenken. Diese ersetzen niemals Winterreifen, sind aber eine sinnvolle Ergänzung bei starkem Schneefall. Hier ist zu beachten, dass mit Schneeketten eine maximale Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h gilt.
Eine heizbare Sitzauflage ist eine preiswerte Möglichkeit, um eine Sitzheizung für das Auto nachzurüsten. Ein guter Tipp ist zudem eine Powerbank als mobile Kfz-Starthilfe – wenn sie denn im richtigen Moment auch einsatzbereit sind. Um die Gefahr eines Ausfalls gering zu halten und auch gewisse Sicherheitsaspekte zu erfüllen, sollten Käufer nicht zum aller günstigsten Modell greifen.
Ein beheizter Eiskratzer hilft allerdings nur bei milder Vereisung. Im tiefsten Winter sind diese leider nur unpraktisch. Noch dazu besteht die Gefahr, sich Mikrokratzer in die Frontscheibe einzuarbeiten. Besser eignet sich hier eine Plane, die bereits am Vorabend über die Frontscheibe gelegt wird. Eine Dashcam kann helfen, die Schuldfrage nach einem Unfall zu klären. Der rechtlich konforme Einsatz ist aber umstritten. Wer dennoch eine Autokamera nutzen möchte, sollte über eine Variante mit eingebauter SOS-Funktion nachdenken. Eine Kaffeemaschine im Auto ist eine nette Spielerei, die sich aber als unpraktisch erweist.
Mehr über das wichtigste Autozubehör für jede Jahreszeit findet sich in der Themenwelt Auto. Sowohl Head-Up-Displays (Ratgeber), als auch elektronische Parkscheiben (Ratgeber) erweisen sich als sehr praktisch. So muss man beim Ablesen der Geschwindigkeit nicht mehr die Augen von der Straße nehmen und vergisst nie wieder das Stellen der Parkuhr. Wer genug hat von seinen alten CDs oder schlechtem Radioempfang hat, empfehlen wir den Ratgeber Autoradio günstig aufrüsten: Android, DAB+ und Bluetooth für ältere Fahrzeuge.
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